

Lukas Schrenk und Nils Strunk sind das wohl derzeit beliebteste Autorenduo auf den großen Wiener Bühnen. Derweil fungierte bisher nur Strunk als Gesicht in den durchweg umjubelten Stücken, wie der Zauberflöte oder auch der Schachnovelle am Wiener Burgtheater. Nun aber doziert auch Lukas Schrenk gewissermaßen sein Debüt in Wien in einer rasanten Geschichtsstunde.

Genau genommen handelt es sich bei Benamor gar nicht um eine Operette, sondern um eine Zarzuela. Die spanische Version dieser leichten Musiktheaterform. Und das ist auch der Abend durch und durch: leicht und spanisch. Das gereicht der Inszenierung zum Vor- wie Nachteil.

Das Ferienhaus. Der Titel lässt einen idyllischen Sommer vermuten oder einen Mord den Poirot aufklären muss. Beides gibt es auch – Sommer und Mord –, nur in einem wesentlich beklemmenderen und tragischeren Umfeld.

Das Dorf wird nicht mehr schweigen. Die Kleine lädt uns in ihre stumme und dunkle Heimat ein, über der Krähen wachen und Dungsgestank liegt – sie ist die erste Stimme, die die sprachlose Landschaft in Worte fasst und die familiäre Geschichte wiedergibt.

Das ließ bereits die zeilenweise Auflistung der Komparserie im Programm vermuteten und bestätigte der trotz seiner zweieinhalb Stunden Länge sehr kurzweilige Abend. Auch sonst fehlte es der Inszenierung von Gullivers Reisen an fast gar nichts.

Man weiß nicht, ob einem das Lachen im Halse stecken bleibt oder nicht in dieser eindringlichen Inszenierung von Werner Schwabs Radikalkomödie. Sicher ist: neben allem Schmunzeln überwiegen Ernst und bitterer Beigeschmack.

Akademietheater /// 9. Mai 2025 /// Die Vegetarierin Die deutschsprachige Erstaufführung des Romans “Die Vegetarierin” der frisch gekürten Nobelpreisträgerin Han Kang (Deutsch von Ki-Hyang Lee) ist alles andere als leicht verdaulich. Die Inszenierung von Marie Schleef nimmt mit auf eine rasante Auseinandersetzung über radikale (Selbst-)Verweigerung, und zwar ausschließlich in Slow-Motion. Dabei wird viel abverlangt – nicht…

Burgtheater /// 29. März 2025 /// Herr Puntila und sein Knecht Matti Antú Romero Nunes inszeniert Bertolt Brechts „Herr Puntila und sein Knecht Matti” monumental und visuell (über)reizend: Die Trunkenheit der Mitmenschlichkeit wird zum grellen Bilderrausch, der amüsiert und beinah ansteckt – wären da nicht die fein ausgetüftelten Lücken im Illusionsgefüge. Der Gutsbesitzer Puntila ist…

Über 100 Jahre ist es her, dass Arthur Schnitzler seine Novelle Fräulein Else schrieb. Die neue Inszenierung von Leonie Böhm zeigt, dass der Stoff kaum an Relevanz verlor. Die junge Else, die sich in einer ausweglosen Situation befindet, wird von Julia Riedler meisterhaft zum Leben erweckt. Else befindet sich mit ihrer Tante und ihrem Cousin…

Viennale 2024 // 17. – 29. Oktober 2024 Vom 17. bis 29. Oktober fand die Viennale – das größte Filmfestival Österreichs – zum 62. Mal statt. Zwölf Tage lang durfte ich ein breites Spektrum an Filmen erleben. In diesem Artikel gebe ich einen Überblick über die Werke, die für mich in Erinnerung geblieben sind. Der…

Volkstheater in den Bezirken /// 30. November 2024 /// Schwarze Schwäne Zwei Schwestern. Die Jüngere möchte die Mutter zuhause pflegen, die Ältere sie in ein Pflegeheim geben. Nachdem die Jüngere ihrem Wunsch nachkommt und die häusliche Pflege eine immer größere Bürde wird, tritt durch Intervention ihrer Schwester Roboter Rosie in ihr Leben. Rosie misst, speichert…
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