

Gott ist tot, Sisi ist tot, Wien ist tot, und die großen Dramaturg*innen sind es auch. Wie es ums Theater in dieser Zombielandschaft während der Wiener Festwochen bestellt ist, „erzählt“ uns Milo Rau – und wie!

Oder fünf Bilder über das arme Menschenkind Elisabeth.

Oder von einer Dystopie über Elend, Menschsein, Migrantisierung, Alkoholismus, Gewalt, Wahrheit, Lüge, Gott, Ungerechtigkeiten in den USA und Merz’ Stadtbild-Aussage.

Schuberts Werke hatten einen holprigen Weg durchzumachen: 1916 wird er brutal auf Wiener Bühnen verkitscht, nur um danach vom Regen in die Traufe zu kommen: Nationalsozialist*innen verleiben ihn sich ein und tragen ihn in ihre Blut-und-Boden-Kulturheftchen ein. Jetzt nimmt ihn die Bühne im Theater Drachengasse auf – was wollen Max-Reinhardt-Seminar-Absolvent*innen denn wieder von ihm?

Das Dorf wird nicht mehr schweigen. Die Kleine lädt uns in ihre stumme und dunkle Heimat ein, über der Krähen wachen und Dungsgestank liegt – sie ist die erste Stimme, die die sprachlose Landschaft in Worte fasst und die familiäre Geschichte wiedergibt.